Ab wann sind Schlafprobleme eine Schlafstörung?

Vorübergehende Probleme beim Schlafen sind völlig normal. Ein gestörter Schlaf ist meist das Resultat einer Belastung. Da dein Leben dich unterschiedlich stark beansprucht, schwankt die Schlafqualität entsprechend mit.

Für die Diagnose einer Schlafstörung gibt es keine harten Kriterien. Dies liegt daran, dass die ideale Schlafdauer und die Schlafenszeiten bei jedem individuell unterschiedlich sind. Viel wichtiger ist dein persönliches Empfinden. Hast du das Gefühl, dass dein Schlaf nicht erholsam ist und du tagsüber müde und unkonzentriert bist, ist das der größte Hinweis.

Zusätzlich ist ein das für die Einschätzung wichtig, wie lang die Probleme bereits bestehen. Wie gesagt, kurzfristige Beeinträchtigungen gehören zu einem normalen Verarbeitungsprozess.

Um objektiv bestimmen zu können, ob eine Schlafstörung vorliegt, werden häufig entsprechende Fragebogen herangezogen. Du kannst jetzt sofort so einen Fragebogen ausfüllen.

Willst du mehr über das Diagnoseverfahren wissen? Mehr zur Diagnose.

Was du bei einer Schlafstörung tun kannst?

Es gibt viele Angebote, die den Schlaf verbessern sollen. Um für sich die richtige Methode auszuwählen, ist es zunächst wichtig zu unterscheiden, ob die Störung schon länger vorliegt, oder gerade erst aufgetreten ist. Bestehen die Probleme bereits länger, sollte nach einer nachhaltigen Lösung gesucht werden, die die eigentliche Ursache beseitigt. 

Bei der Behandlung stehen sich zwei grundlegende Ansätze gegenüber.

     1. Verwendung von schlafanstoßenden Methoden & Mitteln
2. Behebung der Ursache


1. Bestehen die Probleme erst seit kurzem, können schlafanstoßende Methoden, oder Mittel verwendet werden. Die Störung ist in diesem Fall vermutlich Ursache einer vorübergehenden Belastung. Durch die Verwendung können unmittelbare Folgen des Schlafmangels aufgefangen werden.

Der Einsatz von Medikamenten, freiverkäuflichen Mitteln oder Übungen als Einschlafhilfe ist somit sinnvoll und einfach. Wobei die Wirksamkeit nicht verlässlich und die Nebenwirkungen nicht unerheblich sein können. Dennoch kann die Verwendung schlafunterstützender Mittel und Methoden zu einer Heilung führen. Dies gilt meist jedoch nur, wenn die Schlafstörung erst wenige Wochen besteht. Besteht die Störung bereits länger, werden häufig nur Symptome überdeckt, da sich bereits zusätzliche verstärkende Faktoren gebildet haben. 

2. Um eine Schlafstörung dauerhaft und nachhaltig zu heilen, ist es entscheidend die Auslöser der Störung zu identifizieren und bestimmte Gedanken und Verhaltensweisen zu trainieren. Zum Einsatz kommen psychotherapeutische Verfahren, die an verschiedenen Punkten ansetzen. So ist es möglich die ursprünglichen Ursachen zu beheben.

     • Entspannungsfähigkeit (Anwendung von Entspannungsverfahren)
• Befürchtung und Angst vor schlechtem Schlaf und seinen Folgen
• schlafbehinderndes Verhalten & Gedanken
• Aufklärung für Funktionen des Schlafs und der Folgen einer Störung

Es handelt sich um eine nebenwirkungsfreie Behandlung, die die Störung dauerhaft heilen kann. Gleichzeitig besteht der Vorteil einer prophylaktischen Wirkung.

Wie entsteht eine Schlafstörung?

Die Ursachen für Schlafstörungen stehen häufig in Verbindung zu vorübergehenden Belastungen. Dein Verhalten passt sich an die Belastung an und es entsteht ein Teufelskreis, der über längere Zeit anhalten kann und sich selbst verstärkt. Es ist eine Abwärtsspirale, die aus einer anfänglichen Belastung ein anhaltendes Problem machen kann.

Typisch sind veränderte Lebensumstände, die die zwischenzeitliche Belastung hervorrufen und Stress erzeugen. Üblicherweise reagieren wir auf solche Veränderungen mit einer abnehmenden Schlafqualität. Denn eine Funktion deines Schlafs ist es Belastung zu verarbeiten. Dein Schlaf ist besonders beansprucht und kann dadurch zeitweise beeinträchtigt sein.

Neben der schleichenden Entwicklung einer Schlafstörung, kann auch ein nicht bewusstes Fehlverhalten den Schlaf beeinträchtigen. Gemeint sind Dinge wie beispielsweise…

      • Sport oder schweres Essen kurz vorm Schlafengehen,
• die Nutzung des Schlafzimmers als Arbeitsplatz,
• zu viel Koffein am Abend oder,
• Einschlafen vor dem Fernseher.

So entwickeln sich schlechte Angewohnheiten, die zu der Schlafstörung führen.

Beide Prozess werden durch den Teufelskreis der Schlafstörung beschrieben und grafisch dargestellt. Mehr über die Entstehung.

Die Folgen einer Schlafstörung

Die Folgen einer Schlafstörung sind direkt auf die eingeschränkten Funktionen des Schlafs zurückzuführen. Während der Nacht wird/werden…

  • dein Immunsystem gestärkt, welches gleichzeitig auf Hochtouren arbeitet,
  • Erfahrungen des Tages in Wissen überführt und Schlussfolgerungen gezogen (Lernfunktion),
  • Emotionen reguliert und belastende Ereignisse verarbeitet,
  • Ressourcen regeneriert,
  • deine Hormon- & Neurotransmittersysteme reguliert.

Die Folgen einer Schlafstörung sind somit vielschichtig und müssen zwischen primären und sekundären Erscheinungen unterschieden werden.

Als primäre Folgen bezeichne ich die unmittelbaren Symptome, wenn eine Schlafstörung zeitweise auftritt. Die Symptome können in ihrer Ausprägung individuell unterschiedlich stark ausfallen, typische erste Merkmale sind jedoch…

  • Konzentrationsschwäche
  • Eingeschränkte Kreativität
  • Energielosigkeit
  • Emotionales Ungleichgewicht
  • Schwächung des Immunsystems

Die sekundären Folgen sind Resultat einer andauernden Schlafstörung. Wenn die Funktionen des Schlafs dauerhaft beeinträchtigt sind und dein Hormon- und Neurotransmittersysteme dauerhaft fehljustiert sind. Zudem dein Immunabwehr stark eingeschränkt ist und du über einen längeren Zeitraum in deiner Leistungsfähigkeit und deinen zwischenmenschlichen Kompetenzen beschnitten bist.

Daraus können schwere Folgeerkrankungen und lebensverändernde Folgen resultieren.

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