Erholsamer Schlaf

Eine Schlafstörung bedeutet das Fehlen von ausreichend erholsamen Schlaf. Doch wann ist der Schlaf erholsam und ab wann gilt er als ausreichend?

Für erholsamen Schlaf gibt es keine harten Kriterien. Es bestehen Empfehlungen was das Schlafpensum und die Schlafenszeiten betrifft und was den Schlaf verbessern kann. Aber auch wenn der Schlaf von all diesen Empfehlungen abweicht, kann man einen erholsamen und gesunden Schlaf haben. 

Studien die der Frage nachgehen, wie der ideale Schlaf aussieht, ermitteln lediglich Durchschnittswerte. Diese gelten als allgemeine Empfehlungen, gelten aber nicht zwingend für den Einzelnen. 

Die empfohlene Schlafdauer liegt bei 7 - 8 Stunden, sie bildet den Mittelwert. Diese schwankt in Abhängigkeit von genetischen Faktoren. Sich anzutrainieren mit weniger auszukommen, ist aussichtslos. Einige Menschen brauchen mehr, andere weniger. Entscheidend ist, ob das Schlafpensum zu Beeinträchtigungen führt. 

Was die idealen Schlafenszeiten betrifft, gilt dasselbe. Wobei sich meines Erachtens die Befunde hinsichtlich der Möglichkeit sich an andere Zeiten zu gewöhnen widersprechen. Auf der einen Seite wird bestritten, dass eine Anpassung der Schlafenszeiten möglich ist, ohne negative gesundheitliche Folgen zu provozieren. Es heißt die innere Uhr sei stark genetisch geprägt

Andererseits ergeben Untersuchungen, dass die Schlafenszeiten sich automatisch an das Einfall des Lichts anpassen. Heutzutage überwiegend künstliches Licht. Sobald man aber Versuche ohne entsprechende Lichtquellen durchführt, folgen die Schlafenszeiten dem natürlich Tagesrhythmus der Sonne. Eine adaptive Fähigkeit erscheint sinnvoll im Hinblick auf den Wechsel der Jahreszeiten. 

Dennoch scheint es gewisse Vorlieben zu geben, was Langschläfer und Frühaufsteher betrifft. In der Schlafmedizin spricht man von Eulen und Lerchen. 

Eulen, gehen lieber später ins Bett als Lerchen, die es bevorzugen früh aufzustehen. 

Somit gilt sowohl für die Schlafensdauer als auch für die richtige Zeit um ins Bett zu gehen, dass die persönlichen, bzw. biologischen Vorlieben maßgeblich sind. Niemand sollte sich an Empfehlungen halten, wenn er sich damit nicht wohlfühlt. Du solltest immer einen Blick darauf haben, was dein Schlaf leisten kann und ob du mögliche Einschränkungen in diesem Bereich wahrnehmen kannst. Hilfreich können hier einfache Fragebögen zur Bestimmung der Schlafqualität sein. 

Funktionen des Schlafs

Die Funktionen des Schlafes sind vielfältig und bis heute nicht vollends verstanden. Bekannt ist, dass diese Funktionen während des Schlafes besonders aktiv sind.

Funktionsbereiche des Schlafs
    • Regeneration und Regulation
    • Lernen
    • Immunsystem
    • emotionale Verarbeitung

Regeneration und Regulation

Während wir schlafen werden unsere Hormon- und Neurotransmittersysteme eingestellt und regeneriert. Diese Botenstoffe steuern alle Funktionen in unserem Körper. Es handelt sich somit um die Grundlage unseres Fühlens, dem Pensum unserer Energie und jeder anderen mentalen und physischen Leistung. 

Emotionale Verarbeitung

Während des Lernprozesses wird das Tagesgeschehen aufgearbeitet. Neben den rein sachlichen Informationen, wird aber auch das emotionale Erleben erneut durchlebt. Dies ist besonders wichtig um das emotionale Gleichgewicht zu wahren. Besonders wichtig schein die REM-Schlafphase zu sein. Die Augenbewegungen scheinen in besonderer Verbindung mit unserem emotionalen Erleben zu stehen, auch wenn die genauen Zusammenhänge noch nicht eindeutig geklärt sind. 

Traumatisierungen stellen ein sehr deutliches Beispiel für die Notwendigkeit der nächtlichen Aufarbeitung dar. Im Falle eines traumatischen Ereignisses findet diese Verarbeitung nicht, oder nur unzureichend statt. In Form von Alpträumen wird das Ereignis immer wieder präsentiert, in der Absicht das emotionale Erlebnis zu verarbeiten. 

Eine mangelnde Verarbeitung kann zu emotionaler Abstumpfung, aber auf zu einer besonderen Empfindlichkeit führen. Beide Einschränkungen führen zu schwerwiegenden Folgen im zwischenmenschlichen Miteinander

Lernen in der Nacht

Das Lernen während des Schlafs bezieht sich auf verschiedene Aspekte des Gedächtnisses. 

Lernfunktionen der Nacht
     • biographisches Gedächtnis
     • Faktenwissen
     • kreative Lösungen und Rückschlüsse ziehen


Im biographischen Gedächtnis werden Informationen über die Lebensgeschichte in chronologischer Reihenfolge abgespeichert. Nacht für Nacht werden die Geschehnisse verarbeitet und abgelegt. 

Zusätzlich werden Fakten in besonderer Weise in unserem Gedächtnis hinterlegt. Dies ist insbesondere beim zielgerichteten Lernen von neuen Abläufen, oder dem Auswendiglernen entscheidend. Ein erholsamer Schlaf fördert diese Funktion erheblich. 

Während des REM-Schlafes stellt unser Gehirn neue Verbindungen zwischen verschiedenen Hirnarealen her. Diese Fähigkeit ermöglicht es aus Geschehnisses neue, kreative Lösungen zu finden. Es handelt sich um induktives und deduktives Denken, was durch einen gesunden Schlaf ermöglicht wird. Insbesondere diese Art von kreativem Denken, wird durch Schlafmangel erheblich beeinträchtigt. 

Immunsystem

Das Immunsystem ist besonders in der Nacht aktiv. Es ist dafür verantwortlich Krankheitserreger zu identifizieren und anzugreifen. Während des Schlafes stehen dem Immunsystem mehr Ressourcen zur Verfügung, weshalb unser Schlaf besonders wichtig für die Krankheitsabwehr ist. 

Neben der Abwehr von Bakterien und Viren, ist das Immunsystem auch dafür verantwortlich fehlgebildete körpereigene Zellen abzutöten. Diese falsch entwickelten Zellen sind Krebszellen. Sie werden von den T-Zellen, den sogenannten Killerzellen, bekämpft.