Was schlechter Schlaf für dich bedeuten kann

Die Folgen einer Schlafstörung sind vielfältig. Erste Symptome sind bereits nach nur einer beeinträchtigten Nacht festzustellen. Bei einer länger bestehenden Schlafstörung können auch weitreichende, ernste Folgeerkrankungen resultieren.

Emotionales Ungleichgewicht

Unsere Gefühle werden durch verschiedenen Botenstoffe in unserem Gehirn gesteuert. Neurotransmitter- und Hormonsysteme werden maßgeblich während unseres Schlafes eingestellt. Ressourcen zur Herstellung der Botenstoffe werden wieder aufgefüllt und die Zellen, an denen die Stoffe ihre Wirkung entfalten (Rezeptoren), neu justiert.

Zusätzlich verarbeitet unser Organismus die Erlebnisse des Tages im Schlaf. Insbesondere belastende und stresserzeugende Erinnerungen werden in unseren Träumen aufgearbeitet. Dies ist entscheidend um die Momente in unserem Gedächtnis richtig abzuspeichern. Kann ein Ereignis in der Nacht nicht ausreichend verarbeitet werden, wird dies Nacht für Nacht neu versucht. So kann ein Verarbeitungsstau entstehen.

Beide Funktionen sind durch eine Schlafstörung beeinträchtigt und führen so zu einem emotionalen Ungleichgewicht, was sich in besonderer Empfindlichkeit, Dünnhäutigkeit oder einer besonderen Streitlustigkeit ausdrücken kann.

Die Störung der Emotionskontrolle ist für mich die gravierendste Folge. Denn zwischenmenschliche Beziehungen sowohl im privaten wie auch im beruflichen Umfeld leiden darunter. Dies kann sich schnell zu einer Abwärtsspirale entwickeln.

Eine weitere Folge, der unzureichenden Regeneration der Botenstoffe, kann eine gewisse Freudlosigkeit sein. Beschäftigungen, die uns Spaß bereitet haben, erfreuen uns nicht mehr so wie früher.

Reduzierte Leistungsfähigkeit

Die Konzentrationsfähigkeit ist durch Schlafmangel gravierend beeinträchtigt. Bereits nach einer zu kurzen Nacht können die Einbußen der kognitiven Leistungsfähigkeit festgestellt werden.

Nach nur 4 Nächten mit einem Schlafpensum von 5 Stunden, entsprechend die Reaktionszeiten einer Person mit einem Alkoholspiegel von 0,6 Promille. Nach 4 schlechten Nächten besteht bereits eine Fahruntauglichkeit.

Die kreative Leistungsfähigkeit ist ebenfalls betroffen. REM-Schlaf ist besonders wichtig für kreatives Denken. In dieser Schlafphase (RapidEyeMovement) werden Verbindungen zwischen verschiedenen Hirnarealen verstärkt. Ein gewisses Out-of-the-Box denken.

Zusätzlich ist die Leistung des Arbeitsgedächtnisses durch Schlafmangel betroffen. Das Arbeitsgedächtnis hält mehrere Informationen im Gedächtnis für die Weiterverarbeitung parat. Nur wenn das möglich ist, können Schlussfolgerungen gezogen und Lösungen gefunden werden.

Reduzierter Antrieb - Trägheit

Auch dies stellt eine direkte Folge der Fehlregulation der Hormonsysteme dar. Aufgrund der unzureichenden Regeneration fehlt die Energie für anderweitige Aktivitäten. Hobbys und zwischenmenschliche Kontakte werden mit der Absicht vernachlässigt sich zu schonen und zu erholen. 

Folgeerkrankungen einer Schlafstörung

Die aktuelle Forschungslage sieht Schlafstörungen als kritischen Faktor in der Entstehung verschiedener Erkrankungen. Alle hier aufgezählten Erkrankungen und Folgen stehen in direkter Verbindung zu Schlafstörungen. Allerdings ist zu unterstreichen, dass eine Schlafstörung das Risiko einer Erkrankungen erhöht, es handelt sich nicht um eine zwingende Folge. Ich beschreibe hier nur knapp die Einflüsse des Schlafs auf die Erkrankungen. 

INFEKTANFÄLLIGKEIT: Personen mit Schlafstörungen leiden über 50% häufiger an Erkältungen und Infektionen.

DIABETES MELLITUS TYP 2: Im Schlaf werden der Glukose- und Insulinspiegel reguliert, bei einem dauerhaft gestörten Schlaf geschieht dies nur unzureichend und die Fehlregulation chronifiziert.

ADIPOSITAS: Die Fehlregulation von Insulin und Wachstumshormonen stört den Stoffwechsel. Zudem, bestimmte Zellen im Gehirn werden durch Schlafmangel überaktiviert, diese wirken auf den Appetit.

HAUTALTERUNG: Während der Nacht werden insbesondere Stresshormone abgebaut. In der Folge einer unzureichenden Regulierung greifen Stresshormone die Haut an. In hohen Dosen wirken diese toxisch auf unseren Körper. 

DEPRESSION: Ein falsch reguliertes Stresssystem, kann zu einem Mangel an Serotonin führen, eine Hauptursache für Depression. Zusätzlich führen Fehlleistungen und soziale Konflikte zu einem negativen Selbstbild.

HERZ-KREISLAUF & GEFÄßERKRANKUNGEN: Mangelnder Schlaf führt zu einer erhöhten Konzentration von Stresshormonen, diese greifen unsere Gefäße an. Diese Schäden werden im Schlaf durch unser Immunsystem repariert, ebenso werden Ablagerungen abtransportiert. 

Mögliche Herz-Kreislauf Erkrankungen
     • Schlaganfall
     • Herzinfarkt
     • Vorhofflimmern
     • Bluthochdruck
     • Arteriosklerose


ANGSTSTÖRUNGEN: Eine unzureichende Hormonregulation und eine Überempfindlichkeit der Rezeptoren, führen zu einer dauerhaften Anspannung und Fehleinschätzungen von Situationen. Sie können als bedrohlich empfunden werden und, in Folge der Fehlregulation, können körperliche Überreaktionen entstehen.

BURN-OUT: Eine Folge der andauernden Energielosigkeit. Es folgen Überforderung und die Vernachlässigung positiver Einflüsse. So entwickelt sich eine Abwärtsspirale. Auch bei einem Burn-Out spielt unser Stresssystem eine wichtige Rolle.

DEMENZ: Verschiedene Demenzformen können durch Schlafstörungen entstehen. Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt, jedoch sind die Zusammenhänge eindeutig. Unter anderem spielen ein gestörter REM-Schlaf, sowie an mangelnder Abtransport von Schadstoffen in  der Nacht, ein wichtige Rolle. 

VERKÜRZTE LEBENSERWARTUNG: In Summe folgt, aufgrund der vielen negativen Einflüsse auf die Gesundheit, eine reduzierte Lebenserwartung.

Für die nachfolgenden Erkrankungen sind die Ursachen bisher nicht eindeutig geklärt. Allerdings stehen Schlafstörungen in enger Verbindung zu diesen Syndromen. Entscheidend sind hier das Stress-, sowie das Immunsystem (das Stresshormon Cortisol kann bei Überproduktion Nervenschäden verursachen, gleichzeitig hemmt es unser Immunsystem). Beide werden im Schlaf maßgeblich gesteuert.

 

     • Fibromyalgie
     • Morbus Bechterew
     • Rheumatische Arthritis
     • verschiedene Autoimmunerkrankungen