Medikamente bei Schlafstörungen

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den gängigen verschreibungspflichtigen Medikamenten die zur Behandlung einer Schlafstörung eingesetzt werden. Artikel über rezeptfreie Medikamente findest du hier und über andere Therapieverfahren findest du hier

Verschreibungspflichtige Medikamente

Medikamente die als Schlafmittel verschrieben werden fallen und die Psychopharmaka. Sie wirken direkt im Gehirn und blockieren bestimmte Rezeptoren. Für gewöhnlich werden sie zur Behandlung von Ängsten, Depression, Zwangsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen verschrieben. In erster Linie zielen sie auf die Veränderung der Gefühlswelt und der Wahrnehmung ab. Aufgrund ihrer sedierenden und beruhigenden Wirkung werden sie auch bei Schlafstörungen eingesetzt.

Benzodiazepine

Benzodiazepine wirken hemmend auf die Aktivierung des Gehirns. Dies tun sie, in dem die Wirkung der Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) verstärkt wird. Sie werden auch als Tranqualizier bezeichnet und hauptsächlich bei Angsterkrankungen verschrieben, aber auch bei Epilepsie und spastischen Bewegungsstörungen.

Für den Einsatz bei Schlafstörungen ist insbesondere die Halbwertszeit, also die Dauer des Abbauprozesses des Wirkstoffes, entscheidend. Diese kann bei wenigen Stunden, oder bei bis zu über einem Tag liegen. Je nachdem eignen sie sich eher für die Behandlung von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen.

Aufgrund der zum Teil langen Halbwertszeit können Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit über den Tag auftreten. Hinzukommt, dass die Verwendung sich negativ auf die Schlafqualität auswirkt. Über das Ausmaß sind sich Forscher nicht einig.

Darüber hinaus besitzen sie ein großes Suchtpotenzial. Die Benzodiazepinabhängigkeit ist die Drittgrößte, nach Nikotin- und Alkoholsucht. Die empfohlene Anwendungsdauer liegt bei 2 bis 4 Wochen. Darüber hinaus entsteht ein Gewöhnungseffekt. Absetzversuche führen zu starken Entzugserscheinungen. 

Häufigkeit typischer Entzugserscheinungen bei Benzodiazepinabhängigkeit
SymptomeHäufigkeit ca.
Schlafstörungen70 %
Angst50 %
Verstimmung / Stimmungsschwankungen50 %
Muskelschmerzen / -zuckungen50 %
Zittern40 %
Kopfschmerzen40 %
Übelkeit / Brechreiz / Appetitverlust40 %
Überempfindlichkeit gegen Geräusche40 %

Z-Drugs

Die sogenannten Z-Drugs haben eine ähnliche Wirkung wie die Benzodiazepine. Der Name Z-Drugs oder Z-Substanzen verdanken sie dem Namen ihrer Wirkstoffe, welche alle mit dem Buchstaben Z beginnen. Entgegen den Berichten, bei Einführung der Medikamente Ende der 90er, wird das Suchtpotential durch die WHO ähnlich wie bei Benzodiazepinen eingeschätzt. Bereits nach wenigen Wochen tritt eine Substanztoleranz ein und es ist mit ähnlichen Entzugserscheinungen zu rechnen (siehe oben). 

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