Rezeptfreie, frei verkäufliche Schlafmittel

Eine Vielzahl von freiverkäuflichen und Mitteln wird zur Behandlung von Schlafstörungen angeboten.

Den Artikel über die rezeptpflichtigen Schlafmittel findest du hier.

Vorweg: In einer 2018 veröffentlichten Studie der Stiftung Warentest schnitt nicht ein Präparat gut ab. Keines wurde zur Anwendung empfohlen. (Quelle: Stiftung Warentest: Heft 07/2018 S. 88 ff.)

Antihistaminika – das Heuschnupfenmittel

Diese Arzneigruppe wird eigentlich als Behandlung von Heuschnupfen eingesetzt. Eine der Nebenwirkungen der Wirkstoffe, Dyphenhydramin und Doxylamin, sind Müdigkeit und eine leichte Sedierung. Aufgrund dessen werden sie auch als Schlafmittel eingesetzt. Die Stiftung Warentest ordnet sie als „geeignet“ ein.

Großer Nachteil, sie dürfen nur wenige Tage eingenommen werden, höchsten 2 Wochen. Die Medikamente verlieren rasch an Wirkung, da ein körperlicher Gewöhnungseffekt einsetzt.

Häufigste Nebenwirkungen:
     • Kopfschmerzen
     • Schwindel
     • Benommen- und Verwirrtheit
     • Mundtrockenheit
     • Verstopfung
     • Beschwerden bei der Blasenentleerung
     • Sehstörungen


Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass der Abbauprozess der Wirkstoffe über die Nacht hinaus gehen kann, sodass die Nebenwirkungen bis in den nächsten Tag hineingehen und einen Überhang erzeugen.

WirkstoffDyphenhydraminDoxylamin
  • Betadorn-D
  • Gittalun
 
  • Halbmond
  • Hogger Night
Handelsnamen
  • Vivinox Sleep
    Schlafdragees
  • Schlafsterne
 
  • Vivinox Sleep
    Schlaftabletten stark

Baldrian

Die schlaffördernde Wirkung von Baldrian ist hinlänglich bekannt. Vor allem gilt Baldrian als empfehlenswert, da es über keine bekannten Nebenwirkungen verfügt.

Wichtig bei der Einnahme von bei Baldrian bei Schlafstörungen ist jedoch die Dosierung. Dosierungen von unter 600 mg / Tag gelten als unzureichend, wobei individuelle Unterschiede je nach Körpermasse berücksichtigt werden sollten.

Häufig wird Baldrian in Verbindung mit anderen Stoffen als Schlafmittel angeboten, wie Hopfen, Melisse oder Passionsfrucht. Der Effekt der Zusatzstoffe ist unzureichend belegt, was nicht mit einer Unwirksamkeit gleichzusetzen ist.

Die Verwendung bei Baldrian bei Schlafstörung ist zu empfehlen. Auch wenn der schlafanstoßende Effekt nicht so stark wie bei rezeptpflichtigen Arzneien ist, lohnt es sich Baldrian auszuprobieren.

Melatonin - das Schlafhormon

Dieses Hormon gilt als das menschliche Schlafhormon, auch wenn es noch andere Aufgaben in unserem Körper erfüllt. Es wird in der Zirbeldrüse produziert und steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Melatonin gilt als große Hoffnung in der Behandlung von Schlafstörungen, sowie anderen Erkrankungen. Verschiedenen Untersuchungen kamen zu einem positiven Ergebnis hinsichtlich einer schlafanstoßenden Wirkung. Es hilft beim Einschlafen. Da die, auf dem heutigen Markt, erhältlichen Präparate schnell von der Leber abgebaut, besteht hilft es nicht beim Durchschlafen.

Das Ärzteblatt warnt dennoch vor der Einnahme. Als Hormon hat Melatonin eine Vielzahl an unterschiedlichen Wirkungen in unserem Körper, die zum heutigen Zeitpunkt nicht komplett bekannt und verstanden sind.

Zusätzlich neigt unser Körper dazu, wenn körpereigene Stoffe von außen zugeführt werden, die Eigenproduktion zu drosseln. Ein logischer Schritt, im Sinne der Ressourceneinsparung.

Eine Anwendung sollte nur in Absprache mit einem Arzt stattfinden.

Tryptophan und 5-HTP

Dabei handelt es sich um natürlich vorkommende Aminosäuren in unserem Körper. Beides sind Vorstufen von Melatonin und Serotonin. Neben der schlafinduzierenden Wirkung haben sie einen stimmungsaufhellenden Effekt.

Hier gelten dieselben Warnung wie beim Melatonin. Aufgrund der vielseitigen Wirkungen sollten sie nur in Absprache mit einem Arzt verwendet werden.

Tees zum Schlafen

Die schlafunterstützende Wirkung durch Tees konnte in Studien nicht ausreichend belegt werden. Dennoch gibt es Berichte von Betroffenen, die von der Wirkung überzeugt sind.

Eine mögliche Erklärung waren eine vergleichsweise große Gruppe von Non-Respondern, also Personen, bei denen die Inhaltsstoffe keine Wirkung erzielen. Positive Einzelfälle finden in Untersuchungen nur wenig Berücksichtigung, zusätzlich sind sie schwer von einem Placeboeffekt zu unterscheiden.

Bei der Anwendung muss darauf geachtet werden, dass der mögliche Effekt erst nach einer mehrwöchigen, täglichen Anwendung auftritt. Aufgrund der Unsicherheit eines Effektes und der langen Verwendungsdauer bis die Wirkung eintritt, ist von dem Gebrauch von Tees bei Schlafstörungen abzuraten.

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